Nachfahrennummerierung

Immer wieder das gleiche Problem. Da sucht Du vergeblich ein System, mit dem Du die Nachfahren eines Probanten nummerieren kann. Unserm Paul Herrmann ging es seinerzeit wohl genauso.

Der passionierte Familiengeschichtsforscher und Begründer der Herrmann´schen Genealogie saß vor fast 125 Jahren über einer Vielzahl von Kirchenbuchauszügen und überlegte, wie er die Mitglieder der Herrmann-Familien wohl einsortieren könne. Für einen Nachfahrenbaum (auch so einen hat er zusammengestellt) wurde das alles viel zu viel. Dabei hat er sein Archiv recht ordentlich geführt und klassifiziert.

So hat er z.B. alles, was vor 1700 lag unter dem Buchstaben C abgelegt, alles danach unter dem Buchstaben D. Die einzelnen Stämme wurden mit römischen Ziffern und die dazugehörigen Personen mit arabischen Ziffern nummeriert. So arbeiten wir heute noch größtenteils mit diesem System und daher findet man bei unseren Familienangehörigen häufig noch eine Signatur die beispielsweise „DI 58“ oder „CIII 128“ lautet.

Da man bei der Nachfahrenforschung jedoch immer wieder auf weitere Familien stösst, hat dieses System jedoch recht schnell seine Grenzen erreicht. Ein ausgewanderter CI 47, der später andernorts wiedergefunden wurde, hatte wiederum Nachfahren. Nur konnte man diese nicht mehr in die Nummerierung aufnehmen, die CI 48 war schon von einer Schwester belegt. Also ging es mit kleinen Buchstaben weiter. In der nächsten Generation wurden die nächsten Buchstaben angehängt, so dass schließlich jemand die Signatur CI 47aab bekam. Ziemlich verwirrend oder?

Auch andere Genealogen, die sich mit Nachfahrenforschung beschäftigten, hatten ähnliche Nummerierungssysteme entwickelt. Teilweise waren die noch viel komplexer. Die einfachenVarianten sahen bzw. sehen so aus:

  • 5.27 (Generation, Nummer)
  • V.15 (Generation, Nummer)
  • III b (Generation, Nummer)

Komplexere Varianten können beispielsweise so aussehen:

  • 153.b9c.127
  • 153.(10)8(11).23
  • 15b3.(10)a9(11).22

Mein Opa Fritz hätte in einem Fall die Nummer 123.a11b6.231.113.23. Tut mir leid, aber das kann sich kein Mensch merken.

Alle Varianten haben eines gemeinsam, kommt jemand „dazwischen“, fällt die Nummerierung zusammen wie ein Kartenhaus. Gleich welche Art der Nachfahrennummerierung man wählt, sie funktioniert genau einmal, bei der nächsten Überarbeitung der Nachfahrenliste sieht das Ergebnis wieder ganz anders aus.

Des Rätsel Lösung? Die gibt es nicht wirklich. Vor allem dann nicht, wenn man eine derartige Nummerierung gleichzeitig als Archivsignatur benutzen will, um beispielsweise personenbezogene Quellen oder Fotos abzulegen. Nach ein paar Wochen findet man nichts mehr wieder.

Glücklicherweise bieten heutige Genealogieprogramme eine eindeutige Personennummer (PN oder REFN), die man hierfür benutzen kann. Solange man sich daran hält, dass diese nicht neu vergeben werden (zusammenschieben der Datenbank nach Löschen oder Verschmelzen von Peronendatensätzen), kann man damit wunderbar arbeiten. Selbst Datencrawler mit mehreren 100.000 Datensätzen in ihrer Datenbank dürften damit kein Problem mehr haben.

Nun haben wir Herrmänner allerdings das CI/DI-System von Paule geerbt und müssen damit klarkommen. Nummerieren wir jetzt alles um? Pustekuchen, der Aufwand wäre viel zu groß. Wenn ich Ausdrucke mache, dann meistens nach dem Schema V.15. Die Personendatensätze bekommen jedoch einen Zusatz mit der Paule-Signatur (CVII027) und mit der PN, die mein Genealogieprogramm (PN=28345) vergeben hat. Im Anhang des Ausdrucks befindet sich dann neben den üblichen Orts-, Namens- und Beruferegistern ein Signaturregister, das uns die Übersetzung liefert (CVII027 siehe V.15)

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